Darwin's Cat
LUFS messen online — privat mit True Peak

LUFS messen online — privat mit True Peak

Die Kurzfassung: worauf du zielen solltest

Für einen einzigen Streaming-Master peilst du am besten −13.5…−13.7 LUFS integrated und −1.2…−1.1 dBTP True Peak an.

Das ist das laute Ende des streaming-sicheren Bereichs: etwas heißer als die gängige −14 LUFS Referenz, mit etwas mehr True-Peak-Headroom als −1 dBTP für verlustbehaftete Codecs. Der Demo-Track auf dieser Seite ist bei den Peaks konservativer, und das ist ebenfalls völlig in Ordnung. Wenn du den einfachsten öffentlichen Checkpoint willst, nimm −14 LUFS / −1 dBTP.

Mastere nicht "für einen Distributor". Mastere die Audiodatei. Ein Distributor liefert diese Datei an die Streaming-Dienste. Die Streaming-Dienste spielen sie den Hörern vor und wenden Loudness-Normalisierung an.

CD und Bandcamp sind anders: Sie normalisieren die Wiedergabe-Lautheit nicht. Dort ist LUFS eine künstlerische Entscheidung; der praktische Sicherheitscheck ist True Peak bei oder unter 0 dBTP, idealerweise bei oder unter −0.3 dBTP.

Distributor, Streaming-Dienst, Hörer

Die Kette ist einfach:

Distributor → Streaming-Dienst → Hörer.

Distributoren wie DistroKid, CD Baby, TuneCore, Amuse, Feiyr, RouteNote, Horus Music und Ditto Music spielen Hörern keine Musik vor. Sie liefern deine Datei und deine Metadaten an Streaming-Dienste.

Streaming-Dienste wie Spotify, Apple Music, YouTube, Amazon Music, Tidal, Deezer und SoundCloud hosten, transcodieren, spielen und normalisieren den Track. Wenn Leute über Spotify LUFS oder YouTube LUFS sprechen, meinen sie das Wiedergabeverhalten innerhalb des Streaming-Dienstes, nicht etwas, das der Distributor macht.

Der distributor-sichere Richtwert für alle oben genannten Distributoren läuft auf −14 LUFS integrated / −1 dBTP True Peak hinaus. Sieh das als Kompatibilitätscheck, nicht als kreative Regel.

Was dieser LUFS-Meter anzeigt

Integrated LUFS ist die gegatete, K-gewichtete Loudness über den ganzen Track, berechnet nach ITU-R BS.1770. Das ist die Hauptzahl dafür, wie laut dein Master ist, und die Zahl, die Streaming-Dienste mit ihren Loudness-Referenzen vergleichen.

True Peak (dBTP) ist der höchste rekonstruierte Peak nach Oversampling, einschließlich Peaks, die zwischen digitalen Samples entstehen können. Damit setzt du das Limiter-Ceiling und vermeidest Clipping nach Wiedergabewandlung oder verlustbehafteter Codierung.

Loudness Range (LRA) zeigt in LU, wie stark sich die Loudness im Track bewegt. Niedrige LRA wirkt dicht und konstant; hohe LRA bringt mehr Kontrast zwischen leiseren und lauteren Passagen.

Short-term max ist das lauteste 3-Sekunden-Fenster. Damit findest du die Passage, die über eine Phrase am lautesten wirkt.

Momentary max ist das lauteste 400-ms-Fenster. Es erwischt kurze Bursts, Hits und Übergänge.

PLR bedeutet Peak-to-Loudness Ratio: True Peak − Integrated LUFS. Eine höhere PLR heißt meist mehr Platz für Transienten; eine niedrigere PLR heißt meist härteres Limiting.

LUFS für Spotify, YouTube, Apple Music und andere Streaming-Dienste

Die meisten Streaming-Dienste normalisieren die Wiedergabe auf eine Loudness-Referenz, damit Tracks nicht wild im Pegel springen. Ein Master, der lauter als die Referenz ist, wird leiser gemacht. Ein leiserer Master wird je nach Dienst unterschiedlich behandelt.

YouTube arbeitet nur nach unten: Laute Tracks werden leiser gemacht, leise Tracks bleiben leise. Spotify kann leisere Tracks anheben, aber nur so weit, wie es der Peak-Headroom zulässt; der Limiter ist vor allem im Loud Modus relevant. "Wird nur leiser gemacht" ist also zu simpel. Die praktische Lehre ist klarer: Zerquetsch einen Master nicht weit oberhalb der Referenz, und lass ihn nicht weit darunter, außer die Musik verlangt wirklich danach.

Streaming-Dienst Integrated True Peak Hinweis

Spotify

−14 LUFS

−1 dBTP

Normal Modus; leise Tracks können nur so weit angehoben werden, wie es der Peak-Headroom erlaubt

Spotify Loud

−11 LUFS

−2 dBTP

Loud Wiedergabe-Preset; zusätzlicher True-Peak-Headroom ist wichtig

Apple Music

−16 LUFS

−1 dBTP

Sound Check

YouTube / YouTube Music

−14 LUFS

−1 dBTP

Nur nach unten: laute Tracks werden leiser gemacht, leise Tracks werden nicht angehoben

Amazon Music

−14 LUFS

−2 dBTP

Strengeres True-Peak-Ceiling

Tidal

−14 LUFS

−1 dBTP

Normalisierte Wiedergabe

Deezer

−15 LUFS

−1 dBTP

Normalisierte Wiedergabe

SoundCloud

−14 LUFS

−1 dBTP

Normalisiert die Wiedergabe

EBU R128

−23 LUFS

−1 dBTP

Broadcast-Referenz

LUFS vs dBFS, Sample Peak, True Peak und RMS

Wenn du Integrated LUFS hast, verwende dBFS oder RMS nicht als Ersatz. Sie beantworten andere Fragen.

dBFS sample peak sagt dir, wie nah das lauteste gespeicherte Sample an der digitalen Obergrenze 0 dBFS liegt. Das ist eine Clipping-Warnung, keine Loudness-Messung. Ein Track kann nahe 0 dBFS peaken und trotzdem leise wirken, oder niedriger peaken und laut wirken.

True Peak ist die sicherere Peak-Anzeige, weil sie rekonstruierte Peaks zwischen den Samples prüft. Verwende sie für Delivery-Ceilings. Sie sagt dir nicht, ob der Song laut genug wirkt; sie sagt dir, ob die Datei genug Peak-Headroom hat.

RMS ist ältere Durchschnittsenergie. Das kann beim Vergleichen von Bearbeitungsschritten nützlich sein, enthält aber nicht das BS.1770-Loudness-Modell, das Streaming-Normalisierung verwendet.

Der Grund, warum −1 dBTP zählt, ist Codec-Headroom. AAC, MP3 und Ogg können Intersample-Peaks beim Encoding grob um 0.3–1 dB nach oben schieben. Ein Master, der nahe 0 dBFS sicher aussieht, kann nach der Konvertierung clippen. Für Streaming setzt du das Limiter-Ceiling ungefähr auf −1 dBTP; für Spotify Loud oder strengere Zielwerte nach Amazon-Art können −2 dBTP sicherer sein.

Solltest du auf −14 LUFS mastern?

Nein. −14 LUFS ist eine Referenz für Wiedergabe-Normalisierung, keine künstlerische Regel.

Mastere zuerst für den Song. Dichte EDM-, Metal-, Pop- und Hip-Hop-Produktionen wollen vor der Normalisierung oft mehr Dichte. Indie, Jazz, Klassik und akustische Musik brauchen oft mehr Luft und dürfen leiser liegen. Das Ziel ist nicht, jeden Song auf dieselbe Zahl zu zwingen; das Ziel ist zu verstehen, was der Streaming-Dienst damit macht.

Ein sehr lauter −8 LUFS Master wird in der Regel leiser gemacht, also bringt dir das zusätzliche Limiting keine Wiedergabelautheit mehr. Die reduzierten Dynamiken bleiben, der Pegelvorteil ist weg. Ein sehr leiser Master kann musikalisch genau richtig sein, aber auf YouTube bleibt er leise, und auf Spotify wird er eventuell nicht vollständig angehoben, wenn nicht genug Peak-Headroom vorhanden ist.

Wenn du eine fertige Datei Richtung Zielwert bewegen musst, nutze das Mastering-Tool im Browser.

Genauigkeit, Datenschutz und Offline-Nutzung

Dieser Meter nutzt eine Web Audio AudioWorklet-Implementierung von ITU-R BS.1770-5, mit EBU Tech 3341/3342-Verhalten für Loudness-Metering und LRA. Er bleibt nah an Referenz-Metern wie ffmpeg ebur128. Browser-Decoding kann trotzdem kleine Unterschiede erzeugen, besonders bei verlustbehafteten Dateien. Für formale QC, Label-Delivery oder Broadcast-Abnahme solltest du daher einen dedizierten Offline-Meter verwenden.

Dein Audio bleibt auf deinem Gerät. Die Datei wird lokal im Browser decodiert und gemessen und wird nie hochgeladen. Es gibt keinen Account und keine serverseitige Audioverarbeitung. Die Seite sendet nur anonyme Nutzungsstatistiken ohne Cookies, niemals das Audio. Nach dem Laden der Seite kann der Meter offline weiterarbeiten.

Dieses kostenlose Tool wird von Darwin’s Cat gemacht, einer Band. Wenn es dir Zeit gespart hat, hör dir unsere Musik an oder spendier uns ein Bier.

Häufige Fragen

Welche LUFS sollte ich für Spotify verwenden?

Nimm −14 LUFS integrated und ein −1 dBTP True-Peak-Ceiling als normalen Spotify-Check. Unsere praktische Empfehlung für einen einzigen Master ist etwas heißer: −13.5…−13.7 LUFS mit −1.2…−1.1 dBTP. Damit bleibst du im streaming-sicheren Bereich und lässt Codec-Headroom.

Welche LUFS sollte ich für YouTube verwenden?

Peile ungefähr −14 LUFS integrated mit −1 dBTP True Peak an. YouTube arbeitet nur nach unten: Laute Tracks werden leiser gemacht, leise Tracks aber nicht angehoben. Ein Master deutlich unter −14 LUFS kann dort also schlicht leiser laufen.

Welche LUFS sollte ich für Apple Music verwenden?

Apple Music Sound Check wird üblicherweise um −16 LUFS integrated mit einem −1 dBTP True-Peak-Ceiling geprüft. Ein streaming-sicherer Master um −14 LUFS wird auf Apple Music meist ein wenig leiser gemacht, und das ist normal.

Ist −14 LUFS eine Mastering-Regel?

Nein. −14 LUFS ist eine Referenz für Wiedergabe-Normalisierung, keine künstlerische Regel. Mastere für den Song, halte True Peak sauber, und verstehe, dass ein sehr lauter Master vom Streaming-Dienst meistens leiser gemacht wird.

Was ist True Peak, und warum −1 dBTP?

True Peak misst rekonstruierte Peaks zwischen Samples, nicht nur die gespeicherten Sample-Werte. Verlustbehaftete Codecs wie AAC, MP3 und Ogg können Peaks um etwa 0.3–1 dB nach oben schieben. −1 dBTP gibt dir deshalb sichereren Headroom für Streaming-Delivery.

Was ist der Unterschied zwischen LUFS und dBFS?

LUFS ist die Loudness-Zahl für die wahrgenommene Lautheit über den ganzen Track und für Streaming-Normalisierung. dBFS sagt dir, wie nah Samples an der digitalen Obergrenze liegen. Nutze LUFS, um Lautheit zu beurteilen, und True Peak oder dBFS, um Clipping zu vermeiden.

Warum klingt mein Track auf Streaming-Diensten leiser als andere?

Er kann unter der Loudness-Referenz des Dienstes liegen, zu hohe Peaks haben, um sauber angehoben zu werden, oder eine hohe LRA haben, bei der leise Passagen den Durchschnitt nach unten ziehen. Auf YouTube bleiben Tracks unter dem Zielwert leise; auf Spotify ist die Anhebung durch den verfügbaren Peak-Headroom begrenzt.

Werden meine Audiodateien hochgeladen?

Nein. Audio wird lokal in deinem Browser decodiert und gemessen und nie hochgeladen. Die Seite braucht keinen Account, sendet nur anonyme Nutzungsstatistiken ohne Cookies, sendet niemals das Audio und funktioniert nach dem Laden weiter offline.

Welche LUFS sollten Podcasts verwenden, und was ist eine gute LRA?

Stereo-Podcasts werden häufig um −16 LUFS integrated mit −1 dBTP True Peak gemastert; Mono-Sprache liegt oft um −19 LUFS. Für Sprache ist eine LRA um 5–7 LU meist gut auf Handys und im Auto hörbar. Bei Musik hängt eine gute LRA vom Genre ab: dichte Stile liegen vielleicht bei 3–6 LU, dynamische Musik bei 8–15 LU oder mehr.

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