Reverb-Rechner — FX1/FX2-Setup nach Genre und BPM
Reverb FX1 · kurz
Reverb FX2 · lang
Den Send des Gesangs auf 0 stellen und, während wir den Gesang im ganzen Mix hören, den FX1-Return aufziehen, bis das Stummschalten des Returns einen deutlichen Unterschied macht; dasselbe für FX2 bei stummem FX1. Jede andere Quelle bekommt ihre Zahl aus der Tabelle.
| Quelle | Send auf FX1 | Send auf FX2 |
|---|---|---|
| Gesang | — | — |
| Backing Vocals | — | — |
| Snare | — | — |
| Kick | — | — |
| Percussion | — | — |
| Drumbus (ganzes Set) | — | — |
| Bass | — | — |
| Rhythmusgitarre | — | — |
| Solo-/Leadgitarre | — | — |
| Pads / Keys | — | — |
Die Methode
So stellen wir den Reverb im Mix ein: Wir stellen den Reverb-Pegel für den Gesang ein, alle anderen Instrumente bekommen ihre relativen Pegel aus der Tabelle.
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Wir wählen oben Genre, Gesang, Tempo und Drum-Aufteilung.
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Wir legen in der DAW zwei FX-Busse an: FX1 kurz, FX2 lang. Auf jeden Bus setzen wir einen Reverb, stellen Mix auf 100 % und übernehmen die übrigen Werte aus der Karte.
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Wir stellen den Send des Gesangs auf FX1 auf 0, genau Unity, post-fader. Danach fassen wir ihn nicht mehr an.
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Wir schalten FX2 stumm, ziehen den FX1-Return ganz herunter und ziehen ihn langsam hoch, während wir den Gesang im ganzen Mix hören. Dann prüfen wir mit der Mute-Taste des Returns: nicht stumm ist der Reverb da, stumm ist er weg, und das hört man sofort, ohne genau hinhören zu müssen. Wir suchen nicht die Hörschwelle, sondern genau diesen Unterschied. Wer hinhören muss, hat den Return noch zu tief.
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Dasselbe machen wir mit FX2, bei stummem FX1: Send auf 0, den Return so weit hoch, bis der Unterschied ebenso deutlich ist.
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Wir heben die Stummschaltung beider Busse auf und setzen die Sends für alle übrigen Quellen — ebenfalls post-fader.
Ändern sich Tempo oder Gesang, ändert sich das Decay, und die Bus-Pegel stellen wir neu ein. Ändert sich das Genre, ändern sich auch der Reverb-Typ und die Sends der übrigen Quellen: eine Rhythmusgitarre geht von Pop zu Metal auf beiden Bussen auf OFF. Der Send des Gesangs bleibt immer auf null.
Wir sind Darwin’s Cat, eine Band. Wir haben das für uns selbst gebaut, und für alle anderen, die Musik machen.
Häufige Fragen
Wozu überhaupt Reverb im Mix?
Eine trockene Aufnahme klingt, als stünden die Instrumente direkt am Ohr und in gar keinem Raum. Reverb gibt ihnen einen gemeinsamen Raum: Man hört, dass alle in einem Zimmer spielen, manches näher, manches weiter weg. Ohne ihn ist der Mix flach, mit ihm entsteht Tiefe.
Warum den Reverb nicht einfach nach Gehör einstellen?
An den Reverb gewöhnen wir uns innerhalb weniger Minuten und nehmen ihn dann kaum noch wahr. Es scheint uns, es sei zu wenig, wir geben mehr dazu — und der Mix wird matschig, ohne dass wir es hören. Der Rechner gibt uns stattdessen einen Ausgangspunkt: zwei Busse, die Werte in den Parameternamen des gewählten Plugins und eine Tabelle der Sends relativ zum Gesang.
Was ist ein Send und was bedeutet 0 (Unity)?
Ein Send ist der Regler auf einer Spur, der eine Kopie ihres Klangs in den Reverb schickt. Die Spur selbst klingt weiter wie zuvor. 0, auch Unity, heißt: Die Kopie geht mit demselben Pegel los wie die Spur, nichts dazu, nichts weg. Es ist ein Pegel relativ zur Spur, kein absoluter — unter null geht die Kopie leiser, über null lauter.
Muss es Gesang sein?
Meistens ja — der Gesang trägt den Song. Die Methode rechnet aber genauso von einer Sologitarre, einem Sax oder einer Geige aus: Bezug ist der Part, den der Hörer zuerst verfolgt. Alles andere wird von ihm aus gemessen.
Was ist ein FX-Bus und wozu dient er?
Ein eigener Kanal mit einem Reverb darauf, den sich alle Spuren teilen. Die Spuren schicken Kopien ihres Klangs dorthin, und über den Return kommt der gemeinsame Raum zurück. So hat der Song zwei gemeinsame Räume statt zehn verschiedener, und jeder wird an einer Stelle geregelt.
Send vor oder nach dem Fader (pre oder post fader)?
Danach — post fader. Zieht man die Spur zurück, geht ihr Reverb mit, und das Verhältnis bleibt. Bei pre fader bleibt der Reverb, wo er war, und eine leise Spur säuft im Reverb ab.
Wie weit zieht man den Return auf?
Bis zu einem sofort hörbaren Unterschied, nicht bis zu einer Schwelle. Wir schalten den Return mit der Mute-Taste um: nicht stumm ist der Reverb da, stumm ist er weg. Dieser Unterschied muss sofort auffallen, ohne dass wir hinhören müssen. Müssen wir hinhören, ziehen wir den Return weiter hoch.
Passt diese Methode für alle?
Ja — als Ausgangspunkt. Danach übernimmt der Song: Mal will man es trockener, mal nasser. Die Methode gibt uns einen festen Ausgangspunkt, von dem aus wir sehen, wohin und wie weit wir gegangen sind.
Ich habe nur einen Reverb, nicht zwei. Was tun?
Zweimal laden. Es ist ein Plugin, aber es gibt so viele Instanzen davon, wie man braucht: eine auf FX1 mit den Werten der kurzen Karte, eine auf FX2 mit denen der langen. Kurz und lang unterscheiden sich durch ihre Zahlen, nicht durch das Plugin.
Warum ändern sich die Zahlen, wenn ich am Tempo drehe?
Reverb lebt in der Zeit des Songs. Je schneller das Tempo, desto weniger Platz ist zwischen den Noten und desto früher legt sich die Fahne auf das, was als Nächstes kommt. Deshalb sind die Fahnen bei schnellen Stücken kürzer.
Der Reverb frisst die Worte. Woran drehe ich?
Am Pre-Delay, also der Pause zwischen dem Klang selbst und dem Einsetzen des Reverbs. Je größer sie ist, desto weiter tritt die Fahne vom Wort weg und desto verständlicher wird der Text. Das Pre-Delay steht auf der Karte, dort fangen wir an. Der Send des Gesangs bleibt, wo er ist: reicht das Pre-Delay nicht, nehmen wir den Return zurück.
Mein Reverb hat keinen Low Cut und keinen High Cut. Was tun?
Wir setzen auf den FX-Bus neben den Reverb einen EQ und schneiden dort die Frequenzen von der Karte. Anfangen würden wir damit, ihn vor den Reverb zu setzen.
Wie teilt man die Drums auf?
Bei einem programmierten Set ist es einfach: die Snare bekommt einen eigenen Kanal, die Bassdrum bleibt im Bus. So machen wir es, und die Zahlen in der Tabelle gehen davon aus. Mehr Spuren ändern am Prinzip nichts: Beim Mischen sind Drums drei Dinge — das Set, die Bassdrum und die Snare. Die Toms können mit der Snare laufen oder beim Set bleiben. Ob programmiert oder eingespielt, am Prinzip ändert das nichts.
Warum sind Bassdrum und Bass trocken, und was sind diese 300 Hz?
Tiefe Frequenzen schwimmen im Reverb: Bassdrum und Bass werden zu einem Dröhnen, das den ganzen Song verschmiert. Deshalb gehen sie nicht in den gemeinsamen Reverb. Laufen die Drums über einen Bus und lässt sich die Bassdrum nicht herausnehmen, schützen wir den Reverb mit einem Filter: der Low Cut wandert auf 300 Hz.
Kann ich den Reverb beim Mastering auf alles zugleich legen?
Nein. Beim Mastering legt sich der Reverb auf den ganzen Mix — mitsamt Bassdrum und Bass, die trocken bleiben müssen. Es entsteht ein gemeinsames Dröhnen statt eines Raums, und wegnehmen lässt es sich hinterher nicht mehr. Reverb gehört ins Mischen, auf einzelne Spuren.
Kann ich ein Preset für alle Songs nehmen?
Ja. Ist das Album einheitlich, ein Genre und ähnliche Tempi, trägt ein Bus-Paar die ganze Platte und hält sie zusammen. Wo ein Song deutlich langsamer oder schneller ist als der Rest, bauen wir das Paar für diesen Song neu.
Welche Reverbs benutzen Sie selbst?
LX480 Essentials und ValhallaVintageVerb — darauf sind unsere Songs gemischt. Davor haben wir mit dem Yamaha REV-X gearbeitet, der ist auch gut. Pro-R 2 und LX480 v4 kommen seltener heraus: sie machen Spaß, taugen aber eher für Spezialeffekte als fürs Mischen. Die Lexicon-Hardware läuft bei uns ständig, nur nicht im Mix — beim Monitoring und live.
Startpunkte, keine Gesetze — einstellen und dann nach Gehör nachziehen.
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