Dave Friedman. Der Sound in meinem Kopf
Für mich ist der Inbegriff eines Amps eine alte Plexi-Super-Lead-Schaltung mit Variac, voll auf zehn.
Man sollte nie seine Meinung sagen, solange man nicht gefragt wird: Was man selbst für richtig hält, muss für einen Künstler nicht richtig sein.
Friedman war vor allem Gitarrist, kein Ingenieur. Elektronik lernte er bei Meistern, an deren Seite er fremde Amps reparierte und fremde Racks baute, weil er den Sound suchte, den er in seinem Kopf hörte. Sein Sound lässt sich in unserem kostenlosen Plugin RedPawAmp oder in den NAM-Captures des IR-X ausprobieren.
- Kapitel eins. Detroit, die Achtziger
- Kapitel zwei. Ein Kistenschlepper mit einer Klangbibliothek
- Kapitel drei. Rack Systems
- Kapitel vier. Der Marshall-Spezialist
- Kapitel fünf. Marsha, ein Brief von Marshall und der Brown Eye
- Kapitel sechs. Signature-Modelle
- Exkurs für Ingenieure. Das Gummiband
- Kapitel sieben. Was wurde aus Dave?
- Epilog. Der Sound in meinem Kopf
- Quellen
Kapitel eins. Detroit, die Achtziger
Detroit, Anfang der 1980er.
Dave Friedman ist in Detroit geboren und aufgewachsen. Motor City, Rock City.
Er ist Gitarrist und träumt von dem, wovon alle Gitarristen in seinem Alter träumen: von einer Band, einer Tour, einem Plattenvertrag.
Seine Helden: Eddie Van Halen, Warren DeMartini, George Lynch, Ty Tabor von King’s X. Und vor ihnen Jimmy Page, Pete Townshend und die frühen Aerosmith.
Doch die Bühne interessiert ihn weniger als der Sound.
Später sagt er es ganz einfach: Er war besessen vom Gitarrensound und wollte immer wissen, wie man diesen Sound bekommt.
Schon damals gibt es in Detroit Leute, die Amps umbauen. Einer von ihnen, Dan Russell, wird später die Naylor-Amps konstruieren. Ein anderer, Bruce Egnater, spielt in dieser Geschichte noch eine wichtige Rolle. Der Teenager Dave bringt ihnen sein Equipment.
Er selbst nimmt seit seiner Kindheit alles auseinander, was ihm in die Finger kommt. Sein BMX bis zur letzten Schraube, und dann wieder zusammen.
Kapitel zwei. Ein Kistenschlepper mit einer Klangbibliothek
Noch in Detroit stößt Friedman in einer Gitarrenzeitschrift auf den Namen Andy Brauer aus Los Angeles und meldet sich bei ihm mit einer Frage. Sie bleiben in Kontakt, und Brauer sagt, er solle vorbeikommen, falls er mal in Los Angeles ist.
Um 1987 zieht der achtzehnjährige Friedman nach Südkalifornien. Und kommt vorbei.
Brauer stellt ihn bei Andy Brauer Studio Rentals als Kistenschlepper ein: Mietequipment ausliefern und wieder abholen.
Die Kunden der Firma sind die besten Studiogitarristen von Los Angeles. Steve Lukather, Dean Parks, Michael Landau, Dann Huff.
Bekannte Namen. In denselben Jahren wird Lukather einer der ersten Kunden von Mike Soldano, und Landau hinterlässt Soldano eine der drei Nachrichten auf dem Anrufbeantworter.
Und in Brauers Lager gibt es alles: Blackface-Fender, Tweeds, Hiwatts, Marshall Plexis, modifizierte Marshalls.
Jedes Gerät, das aus der Vermietung zurückkommt, muss geprüft und eingeschaltet werden. Friedman hört sie alle. Später nennt er dieses Lager seine Klangbibliothek.
Eines Tages verlässt der Mann, der für Brauer die Racks baute, die Firma. Friedman hat ihm schon lange bei der Arbeit zugesehen und sagt: „Hey, ich glaube, das kann ich übernehmen!“
Er bekommt seine Chance. So beginnt seine Laufbahn als Rack-Bauer.
Anfang 1991 fährt er mit seinem eigenen Auto eine Box zu Eddie Van Halen, der gerade For Unlawful Carnal Knowledge aufnimmt. Eine schräge Marshall-Box mit 75-Watt-Lautsprechern von Celestion: Eddie spielt seinen Soldano darüber und kauft sie Brauer später ab. Van Halen kommt selbst zum Auto, sagt „Moment, ich pack mit an“, nimmt einen Griff und trägt die Box zusammen mit dem Kistenschlepper.
Später tut sich Brauer mit Greg Bales zusammen, der in Chicago das Musikgeschäft Make’n Music hat, und gemeinsam eröffnen sie ein solches Geschäft in Los Angeles. Friedman arbeitet dort.
Eines Tages bringt Randy Jacobs, Gitarrist von Was (Not Was), einen Soldano-Preamp in den Laden, den Bruce Egnater modifiziert hat. Er klingt fantastisch.
Friedman ruft Egnater an und macht ihm ein Angebot: Wenn er einen Vierkanal-Preamp baut, kann Friedman ihn den Kunden des Ladens problemlos verkaufen. Egnater baut ihn. Den Feinschliff machen sie gemeinsam.
So entsteht der Egnater IE-4, handverdrahtet, noch vor der Rocktron-Version. Fast jeder Studiogitarrist hat ihn im Rack.
Jetzt steigt Friedman richtig in die Elektronik ein. Egnater wird sein Mentor.
Anfang der 1990er setzt Make’n Music ihn vor die Tür. Dem Laden gehörte damals Bogner, und Friedman konnte sich mit dem Bogner Ecstasy nie anfreunden und wollte den Kunden ständig etwas anderes verkaufen.
Kapitel drei. Rack Systems
Ab 1991 hat Friedman eine eigene Firma: Rack Systems Ltd. in North Hollywood.
Racks, Pedalboards, Switching-Systeme, Amp-Mods, komplette Tour-Systeme. Die Website der Firma verspricht „Verkabelung in Militärqualität, kugelsichere Bauweise“.
Fertige Netzteile für Pedale gibt es damals noch nicht, also bohren sie die Gehäuse und bauen die Stromversorgung selbst. Friedman sagt es selbst: Eigentlich ist er Metaller. Von der Sorte, die Metall bohrt.
Auf der Kundenliste der Website von 2008 stehen Van Halen, Linkin Park, Slash, No Doubt, The Offspring, John 5. Im selben Jahr nennt Guitar Player Friedman in einem Atemzug mit Pete Cornish und Bob Bradshaw, den Meistern der Gitarrensysteme für die Stars. Bradshaw ist derselbe, der Soldano einst vorschlug, den X88R zu bauen.
Steve Stevens, Gitarrist von Billy Idol, ist mit dem Klang seines Switching-Systems unzufrieden. Friedman bietet an, ihm ein System zu bauen, das klanglich völlig transparent ist. Gefällt es ihm nicht, muss er nichts zahlen.
Stevens zahlte.
Seitdem repariert Friedman ihm die Gitarren und baut ihm sein MIDI-Switching-System, später auch Effekte und Amps.
Jerry Cantrell von Alice in Chains bekam sein erstes Rack noch bei Make’n Music. Im Showroom standen zwei Boxen, eine mit Greenbacks und eine mit Vintage 30. Cantrell spielte über beide zugleich, und die Mischung gefiel ihm. Dann verlieren sie sich für lange Zeit aus den Augen und treffen sich wieder, als Alice in Chains die erste Platte mit dem neuen Sänger William DuVall aufnehmen. Cantrell sagt später: Fast jedes Rack, das er je hatte, hat Dave gebaut.
Bei Van Halen darf nichts durcheinandergeraten. Eddie spielte keine Friedman-Amps, und ein Signature-Modell von ihm gibt es nicht. Friedman baute ihm Racks und wartete seine alten Amps.
2004 baut er Eddie ein Rack für die Tour. Um 2009 überholt er den „Heiligen Gral“, Eddies berühmten Marshall von 1968: Er verdrahtet ihn neu mit originalem Marshall-Draht aus der Zeit, ausgebaut aus einem anderen Plexi, und bringt die Schaltung zurück auf die Spezifikation jener Jahre. Eddie sagt, so habe der Amp seit zwanzig Jahren nicht geklungen. Dann baut Friedman ihm einen exakten Nachbau.
Und er hat gesehen, wie Eddie Amps testet. In die Saiten hauen, die Gitarre auf den Boden legen, den Amp voll aufdrehen und das Studio verlassen. Für mehrere Tage. Lebte der Amp noch, als Eddie zurückkam, war der Test bestanden.
Kapitel vier. Der Marshall-Spezialist
Anfang bis Mitte der 1990er fängt Friedman an, Marshalls umzubauen: Er baut ihnen den Kanal seines IE-4 ein.
Dann entwirft er den Eingangsteil der Budda-Superdrive-Amps und baut zusammen mit Roy Blankenship den Blankenship Variplex.
Billy Howerdel von A Perfect Circle liebt seinen Naylor Superdrive 60, will ihn aber mit seinem 100-Watt-Marshall kreuzen. Friedman baut einen Hybrid: den Eingang vom Naylor, die Endstufe vom Marshall. Mit diesem Amp nimmt Howerdel das erste Album von A Perfect Circle auf.
Auf dem Gerät steht kein einziger Schriftzug, deshalb heißt es Naked, „nackt“. Etwa ein Dutzend davon werden gebaut, die meisten gehen nach Japan.
Los Angeles hat auch seine eigene Legende: José Arredondo (1923 bis 1994), einer der ersten Meister, die anfingen, Amps umzubauen. Mit achtzehn, kaum in Kalifornien angekommen, bringt Friedman ihm seinen Amp zum Umbau, in sein Haus in Sherman Oaks. Überall Amps, an der Wand ein gestreifter Van Halen, und durch das Gerümpel kommt man nur seitwärts.
Viele Jahre später hat Friedman José-Mods dutzendweise auf dem Tisch. „Buchstäblich Hunderte“, sagt er. Als James Hetfields Marshall mit José-Mod zu zicken anfing, war es Friedman, der ihn reparierte. Der Amp ist auf jedem Song von 72 Seasons zu hören.
Friedman selbst hat seinen eigenen Maßstab. Ein Marshall Plexi von 1968, 50 Watt, Super Lead. Seit Jahren betreibt er ihn über einen Variac, voll auf zehn. Das ist, sagt er, „die Van-Halen-Schule des Plexi“.
Kapitel fünf. Marsha, ein Brief von Marshall und der Brown Eye
Bis 2008 hat Roy Blankenship sein Geschäft zu Diamond Amplification verlegt, und Friedman beschließt: Zeit für etwas Eigenes.
Die erste Marke heißt Marsha. Von Marshall kommt eine Abmahnung, und aus der Marke wird Friedman Amplification. Friedman nennt das einen netten Brief.
Der erste Marsha ist ein einkanaliger Amp auf Bestellung. Clean-Kanal, Effektweg, die Schalter Fat, C45 und Sat: Alles wird nach Kundenwunsch eingebaut. Später wächst aus diesen Optionen ein Serien-Amp.
2009 zeigt Friedman seine Marsha-Amps auf der LA Amp Show in Van Nuys dem Publikum. Einer davon, ein 50-Watt-Topteil mit dem Brown-Eye-Mod, ist gerade von einer Tour mit Alice in Chains zurück: Die Regler stehen so, wie Jerry Cantrell sie hinterlassen hat.
Den Namen Brown Eye hat sich ein Mitarbeiter ausgedacht. Friedman versichert, er habe an Van Halens „Brown Sound“ gedacht und die zweite Bedeutung des englischen Ausdrucks anfangs schlicht überhört. Der Modus mit noch mehr Gain bekam den Namen Hairy Brown Eye. Premier Guitar schob, als es darüber schrieb, taktvoll ein „ähem“ ein.
Mit Namen nimmt es Friedman ohnehin locker. Dirty Shirley: eine Anspielung auf ein Pin-up und zugleich ein Cocktail. Pink Taco: ein Restaurant, in dem er gegessen hat.
2010 testet Premier Guitar Friedmans erste Serien-Amps: den Brown Eye mit 100 Watt, ein „High-Gain-Monster“, und eine Neuauflage des Naked. Verkauft werden sie nur über Tone Merchants in North Hollywood. Der Brown Eye ist der spätere BE-100, das Flaggschiff der Marke.
Seinen Start erklärt Friedman ganz einfach: Er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Jahrelang hatte er Racks für Stevens, Cantrell und andere gebaut, und es war leicht, ihnen seinen Amp zu zeigen. „Natürlich musste der Sound halten, was ich ihnen versprochen hatte. Und das tat er.“
Verschenkt hat er nie etwas, an niemanden. Nach dem ersten Hören wollten sie immer kaufen.
Kapitel sechs. Signature-Modelle
Friedmans erster Signature-Amp entsteht für Steve Stevens: der SS-100, 2011. Auf der NAMM wird er im Januar 2013 gezeigt. Stevens war ein eingefleischter Plexi-Fan und von Anfang bis Ende an der Arbeit beteiligt.
Dann der JJ-100, Jerry Cantrells allererster Signature-Amp, und 2019 der JJ Junior mit 20 Watt.
Für Jake E. Lee entsteht der JEL-100. Auf der NAMM werden in zwei Tagen 150 Topteile verkauft. Lee sagt über Friedman: Dave hört nicht wie ein Techniker, sondern wie ein Musiker.
2024 erscheint der PLEX, ein „klanglicher Zwilling“ jenes Marshall von 1968. Der einfachste Amp im Programm. Er verkauft sich wie verrückt.
Auf der NAMM 2025 zeigt Friedman den JOSE, eine Hommage an José Arredondo, entwickelt zusammen mit dessen Tochter Marisol. Einfach eine fremde Schaltung nehmen und herausbringen, wie es viele tun, das konnte er nicht.
Und Pedale. Der BE-OD von 2016 bildet den Sound des BE-100 nach, und 2023 erscheint der Preamp IR-X.
Exkurs für Ingenieure. Das Gummiband
Soldano hatte sein Schaltgetriebe. Friedman hat sein eigenes Bild: das Gummiband.
Der Sound muss zugleich federnd und straff sein. Bei hartem Anschlag gibt der Amp nach und federt dann zurück wie ein Gummiband. Daher die Anschlagsdynamik: Es reicht, das Volume an der Gitarre zurückzudrehen, und der Sound klart auf.
Es gibt nur einen Maßstab: sein eigener 50-Watt-Plexi von 1968 am Variac, voll auf zehn. Der BE-Kanal war ursprünglich als Klon dieses Sounds gedacht. Seitdem muss jeder Amp der B-Serie in mindestens einer Reglerstellung wie dieser Plexi klingen können.
Warum ein Variac? Dieser Plexi hat eine Anodenspannung von etwa 460 Volt. Der Variac senkt sie zusammen mit der Heizspannung, und genau auf die Heizung kommt es an: Die Röhren schneiden ganz oben und ganz unten ein wenig ab, der Sound wird dichter, weicher und stärker komprimiert. Es fühlt sich an wie Gain ohne Ende, in Wahrheit ist es Kompression.
Zu diesem Plexi fügt Friedman hinzu, was der Marshall von 1968 nicht hatte. Einen Boost, der den Eingang härter anfährt: Der HBE-Modus ist genau diese zusätzliche Gainstufe. Und einen Master-Regler am Ende der Vorstufe, vor der Phasenumkehrstufe.
Einen Master hinter der Phasenumkehrstufe, den viele lieben, lehnt Friedman ab. So ein Master setzt die Gegenkopplung außer Gefecht: Je weiter er zurückgedreht wird, desto weniger Gegenkopplung bleibt, und der Sound wird heller und schärfer.
Der Haupttrick liegt im Bass. In den Eingang lässt Friedman nur wenig Tiefen. Bass am Eingang verstopft die Gainstufen, und die Zerre wird matschig und, sein Wort, „furzig“. Die Tiefen holt er später zurück, in der Endstufe. Beim BE-100 Deluxe lässt sich dieser zurückgeholte Bass über einen Thump-Regler mit Frequenzschalter einstellen, die Stärke der Gegenkopplung der Endstufe über einen Response-Schalter.
Soldano macht am Eingang dasselbe, nachzulesen in der Geschichte des SLO-100. Zwei Meister, eine Physik.
Und noch eine Gewohnheit. Friedman stimmt seine Amps bei geringer Lautstärke ab. Wie beim Mischen einer Platte: Ist ein Mix bei geringer Lautstärke ausgewogen, klingt er auch laut gut. Umgekehrt klappt das nicht. Deshalb funktioniert der Master am BE-100 mit seinen 100 Watt auch in Schlafzimmerlautstärke. Friedman selbst sagt, es liege nicht am Master, sondern daran, wie der ganze Amp abgestimmt ist.
Mit dem Gain ist es genauso. Phil X von Bon Jovi drehte, als er zum ersten Mal einen BE-100 spielte, als Erstes den Gain zurück, und der Sound klang sofort differenziert und offen. Amps mit riesigem Gain baut Friedman durchaus, aber sein Herz hängt nicht daran. Die sind für die, die mehr brauchen.
Und die Schalter auf der Rückseite, Fat, C45 und Sat, sind ehemalige Mods auf Bestellung. Früher wurden sie auf Kundenwunsch eingelötet, heute sind es Kippschalter. Sat bringt Sättigung und Kompression, und die Lautstärke sinkt dabei, wovor die Bedienungsanleitung ehrlich warnt.
Kapitel sieben. Was wurde aus Dave?
2014 schließt Friedman einen Vertrag mit Boutique Amps Distribution: Von nun an baut diese Firma die Amps und vertreibt sie weltweit. Sie übernimmt auch Marketing und Buchhaltung.
Friedman wurde zu einer Lizenzmarke, die einen Anteil an der Produktion bekommt. Eine Fabrik betreiben, Leute einstellen und sich mit Versicherungen herumschlagen muss Friedman nicht mehr.
Aber einmal pro Woche fährt er in die Fabrik und prüft ein ganzes Regal fertiger Amps. Jeden Amp, der die Fabrik verlässt, hört er an und signiert ihn.
Und eine Mail an den Friedman-Support beantwortet Dave selbst.
Seit 2019 gehört derselben Boutique Amps Distribution auch Soldano. Und unter den Marken, die sie weltweit vertreibt, ist auch Egnater, der Name seines Mentors.
In der Nacht zum 1. Juni 2021 brennt das Gebäude von BAD in Huntington Park. Das Feuer zerstört den hinteren Teil, den ein anderer Mieter nutzte, und kommt an der gemeinsamen Wand zum Stehen. Rauch und Löschwasser richten trotzdem irreparablen Schaden an. Ein Jahr später lief eine neue Fabrik an.
Racks baut Friedman bis heute. Jetzt auch für Wolfgang Van Halen.
Modeling dagegen mag er nicht. Uninteressant, sagt er, kein Gefühl: Die Luft muss die Hosenbeine flattern lassen.
Epilog. Der Sound in meinem Kopf
Auch diese Geschichte hat eine Symmetrie.
Mit achtzehn brachte Dave seinen Amp zu José Arredondo zum Umbau und quetschte sich seitwärts durch das Gerümpel seiner Werkstatt. Mehr als dreißig Jahre später bringt er zusammen mit Josés Tochter den Amp JOSE heraus.
Sein Leben lang jagte er Sounds, baute die kompliziertesten Racks, modifizierte Hunderte fremder Marshalls. Und dann machte er den PLEX, eine Kopie seines eigenen Plexi. Irgendwie witzig, sagt er: Sein ganzes Leben hat er für all diese Sounds gearbeitet, und dann war es ganz einfach, den Plexi zu bauen.
Friedman hat keinen neuen Sound erfunden. Das hatte er auch nie vor: Gitarristen, davon ist er überzeugt, wollen überhaupt keine völlig neuen Sounds. Sie wollen die Sounds von früher, nur ein bisschen anders: mit mehr Gain oder mit etwas anderem dazu.
Dieser Sound war schon lange in seinem Kopf. Er hat nur dafür gesorgt, dass ihn auch andere hören.
Auf unserer Website ist Friedman mit dem kostenlosen Plugin RedPawAmp und den NAM-Captures des IR-X vertreten.
Quellen
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About Dave Friedman & Friedman Amplification, friedmanamplification.com, auf Englisch
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Rack Systems Brown Eye and Naked Amplifier Reviews, Premier Guitar (2010), auf Englisch
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LA Amp Show: Dave Friedman Marsha Amps 50 Watt Demo, Premier Guitar (2009), auf Englisch
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Website von Rack Systems Ltd. (2008), Kopie in der Wayback Machine, auf Englisch
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Friedman 'Jose' pays tribute to amp modification legend, Andertons (2025), auf Englisch
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José Arredondo’s mystery, missing Eddie Van Halen amp, Guitar World (2023), auf Englisch
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Alice In Chains: We’re both guitar players at heart, MusicRadar (2018), auf Englisch
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Steve Stevens Unleashes Killer Tone and Style on Memory Crash, MusicPlayers.com (2008), auf Englisch
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Update given on Boutique Amps Distribution warehouse fire, Guitar.com (2021), auf Englisch
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BE-100 Instruction Manual, Friedman Amplification, Kopie in der Wayback Machine, auf Englisch
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BE-100 Deluxe Instruction Manual, Friedman Amplification, auf Englisch
-
Talking Tone with Dave Friedman, Jeremy White (2023), Video, auf Englisch
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Technical Difficulties, Episode 2: Dave Friedman, Psionic Audio (2023), Video, auf Englisch
-
The Future of Guitar Amps Looks a Lot Like the Past, Products of Music (2025), Video, auf Englisch
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Meet The Maker with Dave Friedman, Andertons (2018), Video, auf Englisch
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Dave Friedman Interview, Sweetwater (2015), Video, auf Englisch
-
Which Friedman Amp Should I Get? I asked Dave Friedman, R.J. Ronquillo (2020), Video, auf Englisch